In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts avanciert die Erinnerung zu einem zentralen Gegenstand der deutschsprachigen Lyrik. Das bislang in der Forschung weitgehend marginalisierte Genre der Erinnerungslyrik wird in der vorliegenden Arbeit erstmals systematisch erschlossen. Die Untersuchung ist zum einen auf die lyrische Inszenierung von Erinnerungsakten, -orten und -objekten ausgerichtet. Zum anderen wird diskutiert, inwieweit sich insbesondere in der Geschichts-, Denkmals- und Trauerlyrik erinnerungspoetische Formationen herausbilden. Die künstlerisch anspruchsvollen und zeitreflexiven Erinnerungsgedichte August von Platens und Eduard Mörikes werden in zwei eigenständigen Fallstudien behandelt.
Table of Content
1 Einleitung.- 2 Theoretische Bestimmungen. Zur Konzeption von Erinnerungslyrik.- 3 Dichterische Gedächtnisarbeit. Formen generischer Erinnerungslyrik.- 4 Geschichte und Gedächtnis. Formen transgenerischer Erinnerungslyrik.- 5 Retrospektive Bewegungen. Erinnerungslyrik bei Platen und Mörike.- 6 Resümee und Ausblick.
About the author
Nikolas Immer ist Privatdozent für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig und war Vertretungsprofessor für Neuere deutsche Literatur an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und an der Technischen Universität Braunschweig sowie Nachwuchsgruppenleiter im DFG-Kolleg ‘Lyrik in Transition’ an der Universität Trier.