Wie hängen Moderne, Kolonialität und Interimperialität zusammen? Mit ihrem Brückenschlag zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften liefern Manuela Boatcă und Anca Parvulescu innovative dekoloniale Perspektiven auf das Moderne im modernen Weltsystem. Das historische Siebenbürgen an der Schnittstelle zwischen dem Habsburgerreich, dem Osmanischen Reich, Österreich-Ungarn und Russland dient ihnen als Basis für eine Mehrebenen-Lektüre der Hauptthemen in Liviu Rebreanus 1920 erschienenem Roman »Ion«. Diese reichen von der Frage nach der kapitalistischen Integration der Region über Antisemitismus und Versklavung von Roma bis hin zu Mehrsprachigkeit, Geschlechterbeziehungen und Religion.
Про автора
Miruna Bacali (*1989) studierte Literatur-Kunst-Medien, Französische Studien und Südosteuropastudien in Konstanz und Jena. In ihrer interdisziplinären Promotion am International Graduate Centre for the Study of Culture (JLU Gießen) untersuchte sie den gesellschaftlichen und historischen Wandel im postkommunistischen Rumänien im Spiegel ausgewählter literarischer Quellentexte. Während der Promotion war sie zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Sie ist freiberufliche Übersetzerin für Deutsch und Rumänisch.